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“Morgen gehen wir nach Rojava” – Eine Reportage von der Reise mit der People’s Caravan

Die Karawane für die Menschlichkeit ist eine Initiative, die als Reaktion auf die Angriffe von HTS, SNA und dem türkischen Staat gegen die Rojava-Revolution in Nord- und Ostsyrien den Aufruf startete, aus Europa nach Rojava zu fahren. So machten sich aus verschiedenen Ländern und auf verschiedensten Wegen Aktivist:innen auf den Weg, um die Rojava-Revolution mit eigenen Augen zu sehen. Die Karawane ist eine Kampagne, um Öffentlichkeit zu schaffen. So wurde auf der ersten Pressekonferenz der Karawane bekannt gegeben: „Wir sind eine vielfältige Gruppe von Menschen und Organisationen aus Europa. Mit der Karawane antworten wir auf den Aufruf kurdischer Organisationen und Gemeinschaften aus Nord- und Ostsyrien, die um internationale Unterstützung und Aufmerksamkeit bitten.“

Diese Reportage gibt einen Einblick in die Reise der People’s Caravan und teilt Erfahrungen, die auf dem Weg gemacht wurden, als auch. Als People’s Bridge waren wir ein Teil der Karawane und haben den Bus- und Autokonvoi bis Griechenland begleitet. Für diese Reportage haben wir verschiedene Teilnehmer:innen der Karawane befragt und teilen ihre Eindrücke.

Am 21. Januar 2026 wird das Projekt der Karawane öffentlich gemacht. Unter dem Motto „Morgen gehen wir nach Rojava“ werden Internationalist:innen aus ganz Europa dazu aufgerufen, sich anzuschließen. Zwei Tage später brechen hunderte Internationalist:innen aus verschiedenen Ländern auf und machen sich über verschiedene Routen durch Europa auf den Weg. Das erste Ziel ist Wien, um von dort als gemeinsame Karawane offiziell aufzubrechen.

In Hannover wird am 22. Januar zum Auftakt eine Pressekonferenz abgehalten. Am nächsten Tag fährt die Nord-/Ostdeutschland-Route über Kassel, Berlin, Leipzig und München nach Wien. Die zweite Route führt von Köln über Darmstadt, Frankfurt und Freiburg, wo eine Pressekonferenz abgehalten wird, und Zürich nach Wien. Die Südeuropäische Route führt von Marseille über Turin, Mailand und Padua nach Wien.

Auf dem Weg nach Wien wurden verschiedene Aktionen durchgeführt.

Vom ersten Tag an ist die Karawane geprägt von Mut und Hoffnung, denn alle Teilnehmer:innen und Unterstützer:innen sind sich bewusst, welche Wichtigkeit dieser Initiative zukommt. In jeder Stadt, die durchfahren wird, werden die Teilnehmenden warm empfangen und es schließen sich bei jedem Zwischenstopp mehr Internationalist:innen dem Autokonvoi an. Schließlich erreichen die Autokonvois am Abend des 24. Januar Wien. Am nächsten Tag wird in der Wiener Innenstadt eine große Kundgebung abgehalten, um die Karawane auf ihrem Weg nach Kobanê zu verabschieden.

Auf der Kundgebung wird klargemacht: Die Zeit zu handeln ist jetzt und die Karawane ist eine Form der praktischen internationalen Solidarität. Die demokratische Jugendorganisation YUNA ruft dazu auf, dass die Jugend sich für Rojava vereinigen muss:

„Wir wissen, dass in Rojava das Licht der Hoffnung verteidigt wird, dass dort die Frauenrevolution verteidigt wird. Wir als Jugend, die für ein freies, demokratisches und sozialistisches Leben einstehen, wissen, dass jetzt der Zeitpunkt ist, gemeinsam Kobanê und Rojava zu verteidigen. Das bedeutet, auch hier auf die Straße zu gehen, sich gegen die Wehrpflicht zu stellen, gegen deutsche und österreichische Waffenlieferungen an die Türkei, gegen die Finanzierung des neuen syrischen Regimes durch die EU.“

Die sozialistische Jugendorganisation Young Struggle betont die Wichtigkeit internationalistischer Kampagnen: „Wir erleben einen Moment, in dem sich die Welt für Kobanê vereinigt. Ein Moment, in dem wir wissen, dass die Völker Rojavas sich bewaffnen und die Revolution verteidigen. […] Der Geist Kobanês lebt weiter, der Geist des Widerstands lebt weiter. So wie im Herbst die Global Sumud Flotilla losgefahren ist, fährt heute die Karawane los, um die Grenzen, die die Imperialisten uns aufgezwungen haben, zu durchbrechen.“

People’s Bridge betont in ihrem Beitrag die Welle der Einheit des kurdischen Volkes: „In diesen Tagen ist unser Volk aus allen Teilen Kurdistans zusammengekommen, um die Revolution zu verteidigen. Rojava ist Kurdistan, aber in den letzten Tagen sind alle Teile Kurdistans zu Rojava geworden. Wir haben die Zäune (des Kolonialismus) eingerissen, in Pirsûs, Nisêbîn und Semalka. Wir haben den Besatzern gezeigt, dass das kurdische Volk nicht vier, sondern eins ist. Vom kurdischen Volk, von den Völkern des Mittleren Ostens bis Europa: Rojava ist unsere Heimat, Rojava ist unsere Revolution, unsere Hoffnung, Kobanê ist unser Stolz!“

Kundgebung vor der Abfahrt in Wien

Nach der Kundgebung in Wien machen sich der Autokonvoi und ein Bus auf den Weg. Die Karawane besteht nun aus einer Gruppe von hundert Internationalist:innen, die fest entschlossen sind, die aktuelle Lage in Rojava nicht nur von Weitem zu betrauern, sondern auf direktem Wege in Aktion zu treten. Teilnehmer:innen aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Katalonien, Italien, Serbien, Dänemark, England, Irland, Schottland, Österreich und Liechtenstein sind Teil des Konvois. Die langen Fahrten durch Südosteuropa wurden nicht einfach abgesessen. Vielmehr herrschten angeregte politische Diskussionen, Interviews wurden gehalten, es wurde gemeinsam gesungen und neue Bekanntschaften geknüpft.

Internationalist:innen verschiedener Tätigkeiten und Organisationen sind Teil der Karawane, so auch die „Medical Visibility Caravan“, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Öffentlichkeitsarbeit zur Situation des Gesundheitssystems und der Situation der verletzten und kranken Menschen, besonders in Kobanê, zu schaffen. Wir sprechen mit Jakob Rihn, der als Physiotherapeut mit dem Gesundheitskomitee der Selbstverwaltung zusammengearbeitet hat und 2025 selbst bei der Verteidigung des Tişrîn-Staudamms verwundet wurde. Er und Lea Bunse, ebenfalls Verletzte durch einen Drohnenangriff in Tişrîn, repräsentieren das Medical Visibility Team. Jakob ist beeindruckt davon, wie in Rojava unter militärischen Angriffen und anhaltendem wirtschaftlichen Embargo versucht wird, ein für Patient:innen kostenfreies Gesundheitssystem aufzubauen.

Jakob hat die Kriegsverbrechen, die in Rojava begangen werden, selbst miterlebt. Jedoch hat er auch gesehen, wie die Menschen vor Ort trotz dieser Umstände täglich Widerstand leisten. Er sagt: „Ich fühle mich verpflichtet, einen Beitrag zu leisten, das ohrenbetäubende Schweigen gegenüber den Kriegsverbrechen, die von der HTS, der Türkei oder dem IS begangen werden, zu brechen.“ Ihn beeindruckt, wie viele Menschen sich in kurzer Zeit auf den Weg gemacht haben, um den Menschen in Kobanê beizustehen.

Wir lernen ebenfalls Patrick kennen, einen Filmstudenten aus England, der die Karawane dokumentiert. Er schließt sich mit folgenden Worten der People’s Caravan an: „Wir gewinnen, wenn wir unsere Kämpfe miteinander verbinden und voneinander lernen; wenn wir bereit sind, für das Leben unserer Genoss:innen und Freund:innen in allen Teilen der Welt zu kämpfen; wenn wir uns gegen den Faschismus zur Verteidigung der demokratischen Gesellschaft, für die Befreiung der Frauen, für multiethnischen Pluralismus, für die Erde selbst einsetzen.“

Am Abend des 25. Januar erreicht die Karawane Belgrad, die Hauptstadt Serbiens. Dort werden die Teilnehmer:innen herzlich von lokalen Kurd:innen und Internationalist:innen empfangen.

Der 26. Januar markiert den Tag, an dem im Jahr 2015 die Kämpfer:innen der YPG/YPJ die wochenlang belagerte Stadt Kobanê befreiten. Der sogenannte IS wird ab diesem Tag Stück für Stück aus Nord- und Ostsyrien vertrieben. Somit ist dieser Jahrestag für die Karawane von großer Bedeutung. Die junge Sozialistin Lorena, Teilnehmerin der Karawane, benennt heute die Lage in Kobanê und erzählt, dass die Stadt nun seit einigen Tagen wieder belagert ist. Die Belagerung durch die HTS, SNA sowie die Türkei hat schon im Januar dazu geführt, dass hunderttausende Menschen von Strom, Trinkwasserversorgung und medizinischen Gütern abgeschottet sind. In der eisigen Kälte starben bereits mehrere Kinder und bis heute ist die Situation akut.

Jakob erzählt uns später, dass die Situation vor Ort immer noch extrem angespannt ist. Er begrüßt, dass mittlerweile eine Delegation der UN-Organisationen UNICEF und WFP Kobanê besucht hat, aber kann nicht nachvollziehen, warum lokalen Gesundheitsstrukturen wie dem Kurdischen Roten Halbmond (Heyva Sor a Kurd) nicht erlaubt wird, Hilfe zu leisten. Er ruft dazu auf, gerade diese Strukturen vor Ort zu unterstützen und betont, dass Gesundheit ein Menschenrecht ist.

Am Morgen vor der Weiterfahrt findet in Belgrad eine Pressekonferenz statt, wo besonders die Bedeutung des Sieges in Kobanê diskutiert wird.

Aus dem Young Struggle Statement: „Rojava ist ein Thema der ganzen Welt. In Zeiten, in denen der Kapitalismus die Hoffnung und die Zukunft der Jugend zerstören will, ist Rojava ein Leuchtfeuer unserer Hoffnung.“

People’s Bridge sagt: „Im Mittleren Osten, wo die Umstände sich zuspitzen und Krieg eine konstante Realität ist, ist Rojava die Revolution der Unterdrückten. Der heutige Tag, der 26. Januar, ist der Tag des Sieges, nicht nur ein Sieg der Kurd:innen sondern ein Sieg der Unterdrückten weltweit – wir haben den IS besiegt und auch heute werden wir die faschistischen Banden besiegen.“

Pressekonferenz am Tag des Sieges von Kobanê in Belgrad

Am Abend des gleichen Tages erreicht die Karawane endlich die griechische Stadt Thessaloniki. Dies soll der letzte Stopp vor der türkischen Grenze sein. Eine weitere Pressekonferenz findet abends in einem Kulturzentrum statt. Bei dieser Pressekonferenz sprechen Genoss:innen der Jugendorganisation YUNA, des Netzwerks gegen Femizide, People’s Bridge, ein Ökologie-Aktivist aus Italien und eine Genossin aus Kolumbien.

In Thessaloniki rückt der Grenzübertritt immer näher. Ein ganzer Tag wird damit verbracht, die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Am Abend wird eine Demonstration mit 150 Leuten durch die Innenstadt organisiert. Verschiedene lokale Organisationen, die kurdische Gemeinschaft und die Karawane gehen gemeinsam für Rojava auf die Straße.

Demonstration durch die Innenstadt von Thessaloniki

Wir sprechen mit dem jungen Studenten Jona. Er ist bei „Gemeinsam Kämpfen“, einer kommunistischen Gruppe in Freiburg organisiert und erzählt uns, dass er es nicht mehr ertragen konnte, die permanenten Angriffe auf Rojava aus der Ferne zu betrachten. Er sprach mit vielen Kurd:innen, die nicht in die Türkei einreisen dürfen oder aus anderen Gründen nicht an der Karawane teilnehmen konnten. So machte er sich selbst auf den Weg – aus der Überzeugung heraus, dass eine Revolution wie Rojava, die von der Gesellschaft getragen wird und den IS besiegt hat, verteidigt werden muss.

Lorena erklärt, dass sie es in der aktuellen Situation als politische Notwendigkeit gesehen hat, praktische Solidarität zu leisten und sich deshalb dem Projekt angeschlossen hat. Sie erzählt, wie sie mit Genoss:innen zusammen Videos aus Rojava gesehen hat. Dabei ist ihnen das Video der unsterblichen kurdischen Kämpferin Deniz Çiya, deren Körper von dschihadistischen Milizen von einem Haus heruntergeworfen wurde, besonders nah gegangen. Auch das Video, in dem ein dschihadistischer Kämpfer mit dem abgeschnittenen Zopf einer kurdischen Frau posiert, ging in dieser Zeit durch die Medien. Lorena erzählt, wie sie über die Situation denkt. Sie sagt, dass es in der aktuellen Situation für zweitrangig ist, ob man seine Klausuren an der Universität noch besteht oder seinen Job verliert. Sie betont, dass die Rojava-Revolution sich zu einer Revolution von uns allen entwickelt hat und dementsprechend auch von uns allen erfordert, neue Schritte zu wagen und unsere eigenen Grenzen zu überwinden.

Der Grenzübertritt in die Türkei

Am nächsten Tag sollte die People’s Caravan die Grenze zur Türkei passieren. Früh morgens macht sich ein Autokonvoi auf den Weg an die türkische Grenze. Mit hoher Moral, Fahnen und Musik fuhren die Autos an die Grenze vor. Die griechische Grenzwache lässt die Karawane jedoch nicht übertreten und hält sie zusätzlich über Stunden fest. Nach langem Warten muss die Gruppe nach Thessaloniki zurückkehren. Das ist jedoch nicht das Ende der Karawane.

Denn zeitgleich mit dem Autokonvoi und dem Bus macht sich die „unsichtbare Karawane“ auf den Weg in die Türkei. So können 29 Aktivist:innen unbemerkt einreisen und die Mission der Karawane fortführen. In Istanbul angekommen, wird diese Gruppe herzlich von der prokurdischen Oppositionspartei DEM in Empfang genommen. Am nächsten Tag reist die Delegation weiter nach Nordkurdistan an die Grenze zu Rojava.

Sie kommen bis zur Stadt Pirsûs (türkisch Suruç), einer Stadt mit etwa 100.000 Einwohner:innen, einen Fußmarsch entfernt von der syrischen Grenze. Die Stadt Kobanê im syrisch besetzten Teil Kurdistans kann man von eben diesem Teil der Grenze sehen. In Pirsûs angekommen wird die Delegation ebenfalls von der lokalen DEM-Partei und den Bewohner:innen der Stadt voller Freude und Solidarität empfangen.

Bilder der Proteste und Pressekonferenz in Pirsûs

Bereits bei der Ankunft des Busses wartet die türkische Polizei auf die Internationalist:innen. In den letzten Tagen wurde die gesamte Grenzregion abgeriegelt und hochgerüstet. Der türkische Staat möchte die Einheit des kurdischen Volkes und die Grenzübergänge mit allen Mitteln unterbinden. So wurden an der Grenze Panzer und jede Menge Soldaten aufgestellt. Kein Grenzübertritt soll möglich sein. In ihrer Erklärung macht die Delegation klar, warum sie nach Pirsûs gekommen ist:
„Heute stehen wir hier als Teil der internationalistischen Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit. Vor einer Woche sind wir aus vierzehn verschiedenen Ländern mit über hundert Menschen aufgebrochen, um uns an die Seite der Menschen zu stellen, mit denen wir eine gemeinsame Überzeugung teilen. Wir versuchen, die Aufmerksamkeit auf die jüngsten Angriffe auf Nord- und Ostsyrien zu lenken. Wir stehen hier zusammen mit unseren kurdischen Schwestern und Brüdern, die uns mit ihrer ganzen Herzlichkeit und Hingabe willkommen geheißen haben.“

Die Delegation erinnert an das Massaker von Pirsûs: „Dies ist die Stadt, in der vor elf Jahren Daesh (IS) dreiunddreißig junge Menschen massakrierte, die Teil der Kampagne zum Wiederaufbau von Kobanê waren, ausgerufen von der Föderation der Sozialistischen Jugendvereine in der Türkei [SGDF]. Diese jungen Menschen waren voller Hoffnung auf Frieden in Kurdistan und in der Türkei. Sie waren hoffnungsvoll und fest davon überzeugt, dass Grenzen wie die, an der wir uns gerade befinden, unmenschlich sind und dass unsere Solidarität und Verbundenheit siegen werden. Heute halten wir mit großem Respekt an denselben Überzeugungen fest, die sie hochhielten.“

Im Nachhinein schildert Lorena uns, wie eindrucksvoll es für sie war, in Pirsûs zu sein. „Mit der Delegation in derselben Stadt zu sein, hat mir vor allem auch den Willen dieser Delegation aus 2015 vor Augen geführt.“ Sie erzählt entschlossen, dass praktische Solidarität ein Zeugnis davon ist, dass sich die Menschen von den Grenzen und Repressionen von Staaten in ihrem Zusammenhalt nicht aufhalten lassen.

An diesem Tag beteiligt sich unsere Delegation an den Protesten gegen die geschlossene Grenze und die abgeriegelte Stadt Pirsûs. Die Teilnehmer:innen berichten, dass die Einheit des kurdischen Volkes und die tiefe Solidarität mit Rojava auf der Straße spürbar war.

Lorena und Jona erzählen uns später, dass sie auf der Reise zahlreiche Menschen kennengelernt haben, die sie auf dem Weg begleiteten. Sie tauschten sich mit den Mitgliedern der DEM-Partei und den sogenannten Friedensmüttern aus, die seit Wochen für Rojava und die Freiheit des kurdischen Volkes auf die Straße gehen. Lorena erzählt: „Zu sehen, wie Menschen in einem faschistischen Staat den Kampf für ein besseres Leben mit solch einer Hartnäckigkeit aufrechterhalten, hat sich für viele von uns zu einer besonderen Quelle der Kraft entwickelt.“

In Pirsûs ist der faschistische türkische Staat in allen Straßenecken spürbar präsent und offensichtlich darauf aus, die Internationalist:innen festzunehmen. Nach dem Protest besucht die Delegation das Büro der DEM-Partei. Bei der Abreise umstellt die Polizei den Bus und nimmt die Karawane fest. Ab hier gibt es keine Kontaktmöglichkeit mehr zu den Aktivist:innen.

Wir erfahren später, dass die Aktivist:innen der Karawane nach Istanbul gebracht und dort in Abschiebehaft gehalten wurden. Dabei erfuhren mehrere von ihnen Gewalt und Misshandlung. Jona berichtet später, dass er in der türkischen Haft Kraft schöpfen konnte durch den Kampfgeist des Volkes vor Ort. Er ist überzeugt, dass dieser Geist und die Überzeugung wichtig waren, um diese Tage gut zu überstehen, im Angesicht einer hasserfüllten Polizei.

Nach 12 Stunden in Abschiebehaft und insgesamt zwei Tagen Polizeigewahrsam wurde die Karawane in Zwangsjacken in Passagierflugzeuge gesetzt und unter der Überwachung türkischer Polizisten neben Urlaubern abgeschoben. Eine Person verliert in der Zwangsjacke das Bewusstsein, die Polizei scheint das nicht zu stören. Es wird keine Hilfe organisiert.

Erst in Deutschland und Österreich gelandet, wird den Aktivist:innen durch das Flugpersonal erzählt, wo sie sind. Denn alle Aktivist:innen wurden willkürlich in verschiedene Städte abgeschoben, ohne davon zu erfahren. Am deutschen Flughafen werden die Teilnehmer:innen nochmal von der deutschen Bundespolizei verhört, als hätten sie Straftaten begangen.

Bereits bei der Ankunft am Flughafen machen alle Teilnehmer:innen der Karawane klar, dass sie den Kampf für ein freies Rojava fortführen werden und dass ihr Wille ungebrochen ist. So gab eine Sprecherin von YUNA bekannt: „Wir wurden geschlagen. Ich habe rote Gesichter gesehen, Personen, die nicht mehr laufen können. Wir werden weiterkämpfen […] für ein freies Kobanê, für Rojava.“

Eine junge Frau erklärt im Namen von Young Struggle: „Wir können sagen, dass trotz aller Repression die wir erlebt haben, trotz all der Gewalt: Der faschistische Staat konnte unseren Willen nicht brechen.“

Weitere Aktivist:innen erklären: „Wir haben zwei Tage und eine Nacht in Haft verbracht. […] Vor allem Frauen und queere Personen haben viel Gewalt erlebt, aber unser Widerstand ist stärker und wir stehen zusammen!“

Jugenddelegation nach Amed

Die Karawane, die sich mit dem Auto auf dem Weg nach Rojava machte, war nicht die einzige Delegation. So flog eine Delegation demokratischer Jugendorganisationen im gleichen Zeitraum nach Amed und gab ihre Ankunft am 25. Januar bekannt. Beteiligt an dieser Delegation der People’s Caravan waren die Föderation Klassenkämpferischer Organisationen (FKO), die demokratische Jugendorganisation YUNA, der Kommunistische Aufbau (KA), Linksjugend [’solid] und Journalist:innen von Perspektive Online, Jugendinfo und Druck.

Bei ihrer ersten Pressekonferenz in Amed machte die Delegation klar, warum sie diese Reise angetreten sind:

„Alle westlichen Länder tragen Mitverantwortung für die Massaker, die derzeit in der selbstverwalteten Region Nord- und Ostsyrien begangen werden. Dazu gehört auch Deutschland. Deshalb sind wir hier. Internationalismus als Grundlage für den Kampf für ein freies Leben weltweit ist nicht nur eine Floskel, sondern eine Praxis, für die wir Verantwortung übernehmen müssen. Als junge Menschen aus Deutschland sehen wir es als unsere Verantwortung an, demokratische Selbstorganisation zu verteidigen. Rojava ist die Revolution unserer Zeit.“

Erste Pressekonferenz der Jugenddelegation in Amed

Die Delegation beteiligte sich an verschiedensten Protesten vor Ort und berichtete sowohl von den Repressionen des türkischen Staates als auch von dem Widerstand des kurdischen Volkes. Sie nahmen an einem Protest in Amed teil, wo Demonstrationen verboten wurden und die Polizei unzählige Jugendliche verhaftete. Anschließend fuhren die Internationalist:innen nach Nisêbîn an die Grenze zu Rojava. Auf der Weiterfahrt nach Mêrdîn (tr. Mardin) wurde die Delegation schließlich an ihrem fünften Reisetag festgenommen. Als die Internationalist:innen den Migrationsbehörden übergeben wurden, bestand zu Beginn kein Kontakt zu den Anwält:innen.

Als die Delegation ins Flugzeug gesetzt wurde und die anderen Fluggäste auf die Festnahme aufmerksam machten, führte Sicherheitspersonal sie erneut ab. Einen Tag später wurden sie nach Deutschland abgeschoben.

Trotz Repressionen strömten die Menschen in Nordkurdistan auf die Straßen.

Wir fragen zwei Teilnehmerinnen der Delegation nach ihrer Motivation und ihren Eindrücken. Paula ist bei der FKO organisiert und Tanja reiste für die Zeitung und Nachrichtenagentur Perspektive als Journalistin mit.

Sie schildern uns, dass die Rojava-Revolution ihnen zeigt, dass eine Revolution auch in der heutigen Zeit möglich ist. Als revolutionäre Frauen ist für sie insbesondere die Frauenrevolution von zentraler Bedeutung. „Frauen organisieren heute die Gesellschaft, verteidigen die Errungenschaften auch militärisch, haben den IS besiegt, bauen Strukturen auf, lehren, führen. Diese Entwicklung ist nicht nur für den Mittleren Osten ein historischer Bruch, sie strahlt weltweit aus.“

Sie stellen klar, dass sie es als proletarische Internationalist:innen als ihre Aufgabe verstehen, die Kämpfe in Deutschland mit Kämpfen ihrer Klasse weltweit zu verbinden. Auch wenn ihr Beitrag, wie sie selbst sagen, nur ein bescheidener war, wollten sie einen konkreten Teil zur Verteidigung der Revolution leisten. Dabei haben sie persönliche Hemmungen, individualistische, bürgerliche Bequemlichkeit und Ängste zurückgelassen.

Wir fragen sie, was die beiden von der Reise mitgenommen haben. Sie entgegnen, dass sie viel Verbundenheit und Wertschätzung erlebt und wundervolle Menschen kennengelernt haben. Menschen, die sich trotz der täglichen Gefahr von Verhaftung und Folter organisieren, Widerstand leisten und weiter für die Befreiung kämpfen.

Auch die direkte Bedeutung von Solidarität hat sich ihnen sehr klar gezeigt. „Wir haben deutlich gesehen, dass selbst kleine Gesten politische Wirkung entfalten können und Hoffnung und Kraft geben. Die erfahrene Verbundenheit tragen wir mit nach Deutschland, ebenso wie die Entschlossenheit und den Mut derjenigen, die ihre Errungenschaften unter massivster Gewalt verteidigen.“

Der gesellschaftliche Umgang mit Gefallenen des kurdischen Befreiungskampfes hat sie sehr bewegt.

Die beiden Internationalist:innen schildern, dass der Einsatz dieser Menschen als bewusste Entscheidung für eine befreite Gesellschaft verstanden wird. „Ihre Namen, Geschichten und Haltungen leben im kollektiven Gedächtnis und in den Kämpfen weiter. Sie sind Vorbilder und Ausdruck von Entschlossenheit, Verantwortungsbewusstsein und Hingabe für die Befreiung aller.“

Wir schweigen nicht

Wenige Tage nach der Ankunft gab die Karawane in Pressemitteilungen und Statements bekannt, was die Teilnehmer:innen in Haft erlebten. So berichtete eine Aktivistin bei der Pressekonferenz in Göttingen:

„Für uns war der Hass der Polizeibeamten deutlich spürbar – die Selbstverständlichkeit, mit der sie Gewalt ausübten, und der sichtbare Spaß daran, uns zu verletzen und zu erniedrigen. Während der Haft wurden wir schweren Misshandlungen ausgesetzt: Nacktdurchsuchungen, Schläge, Tritte, psychische Gewalt. Manche von uns wurden Treppen hinuntergestoßen. Einige verbrachten Stunden in Zwangsjacken und wurden darin abgeschoben. Die Beamten drohten, einzelne Freund:innen jahrelang einzusperren oder umzubringen. Nach unserer Abschiebung stellten Ärzt:innen unter anderem Gehirnerschütterungen, Hämatome und Prellungen fest.“

Teilnehmer*innen der Karawane berichten in Göttingen von ihren Erfahrungen, 10. Februar

Einen Tag danach fand die nächste Pressekonferenz in Frankfurt statt:

„Als Journalist:innen, Ärzt:innen, Internationalist:innen, Lehrer:innen und internationale und humanitäre Organisationen haben wir uns von unterschiedlichen Routen […] auf den Weg gemacht über die Türkei bis an die Grenze zu Kobanê. Wir fuhren als People’s Caravan mit über 150 Teilnehmenden durch Europa und hielten auf unserem Weg zahlreiche Pressekonferenzen ab, um auf die aktuelle Lage von Rojava/der Autonomieverwaltung aufmerksam zu machen.“

Content-Warnung: In den nächsten Abschnitten wird explizit physische und sexualisierte Gewalt geschildert. Der Teil endet bei der Zwischenüberschrift „Politischer Kampf in einem faschistischen Staat“

In ihrer Erklärung berichteten die Aktivist:innen, die es in die Türkei geschafft hatten, von der erlebten Gewalt und den Repressionen durch den türkischen Staat: „Personen, die aufgrund ihres Aussehens für kurdisch gehalten wurden, wurden dazu gedrängt, Türkisch zu sprechen. Uns wurden Wasser und der Gang zur Toilette verwehrt. Erst durch hartnäckiges Einfordern konnten wir diese Dinge wahrnehmen.

Wir wurden angeschrien, geschlagen, gewürgt und getreten. Als wir in kleinen Gruppen in die Zellen gebracht wurden, kam es zu einer größeren physischen Auseinandersetzung, da sich Teilnehmer:innen weigerten, widerstandslos in die Zellen zu gehen. Eine Person wurde aus der Gruppe gerissen und auf sie wurde von 7-8 Männern eingetreten, während sie am Boden lag. Die Polizisten knieten sich auf ihren Rücken und Hals, zogen mehrfach ihren Kopf an den Haaren hoch und schlugen diesen gewaltvoll auf den Boden. Sie verlor für kurze Zeit das Bewusstsein. Währenddessen wurden ihr die Hände mit Kabelbindern hinter den Rücken festgebunden und sie in die Zelle geschleift. Während sie kaum ansprechbar war, trat ein Mann ihr ins Gesicht und sie verschwanden aus der Zelle. Auch andere von uns wurden ebenfalls zu Boden geschmissen, geschlagen und ihnen wurden die Hände verbunden.“

In vielen Ländern der Welt wird immer wieder durch sexualisierte Gewalt in Haft durch die Polizei berichtet, die vor allem politische Frauen und LGBTI+ erleben. Auch die Teilnehmenden der Karawane berichten davon, neben der physischen Gewalt auch sexualisierte Gewalt erlebt zu haben.

Mehreren Personen wurden bei der Abschiebung in eine Zwangsjacke gesteckt. Eine junge Internationalistin befand sich allein mit den Polizisten in einem Raum, als ihr diese Zwangsjacke angebracht wurden. Vier Beamte knieten um sie herum, einer auf ihrem Körper. Die Männer öffneten ihr die Hose und griffen ihr zwischen die Beine und die Brust. Währenddessen drohten sie ihr, sie zu vergewaltigen und sie umzubringen. Sie wurde an den Haaren gezogen und geschlagen.

Sie erklärt dazu später folgendes: „Ich mache dieses Statement nicht für mich. Denn diese Erfahrungen sind nicht individuell. […] Ich weiß dass meine Erfahrungen nur ein Bruchteil davon sind, womit politische Gefangene jeden Tag konfrontiert sind. […] Der türkische Staat versucht mit allen Mitteln, das patriarchale System aufrechtzuerhalten. […] die Frauen, die nach Femiziden auf die Straße gehen, […] die die faschistische Familienpolitik angreifen und die Frauenrevolution in Rojava verteidigen sind eine besondere Bedrohung für dieses System. Als Frauen ist es mehr denn je die Zeit, diese Revolution zu verteidigen und die Stimmen aller Frauen, die gerade in Rojava kämpfen, in die Straßen Europas und der Welt zu tragen!“

Die Jugenddelegation, die in Amed war, berichtet ebenfalls von Gewalt und Schikane. Die Zöpfe, die die Frauen trugen, wurden von der Polizei herausgerissen und ihnen wurde ins Haar gespuckt. Selbst geflochtenes Haar, welches über die Wochen zum Symbol des Frauenwiderstands wurde, schien den faschistischen Staat zu provozieren. Sie missachteten genau wie die HTS und IS-Kämpfer in Syrien die Selbstbestimmung von Frauen. Als die Delegation erneut aus dem Flieger geholt und festgenommen wurde, prügelten die Beamten einen Internationalisten ohnmächtig. Sie spielten Militärmusik und sagten „Welcome to Türkiye“. Polizisten zeigten den Hitlergruß und zwangen die Delegation Videos von geschändeten Kämpfer:innen der Selbstverteidigungseinheiten in Rojava anzuschauen.

Pressekonferenz in Frankfurt, 11. Februar

Politischer Kampf in einem faschistischen Staat

Laut der türkischen Behörden wurde die Ausweisung mit dem abgelaufenen Aufenthalt begründet. Die Karawane war jedoch erst zwei Tage zuvor eingereist. Der Jugenddelegation wurde gar kein Grund genannt. Es liegt auf der Hand, dass der faschistische türkische Staat verzweifelt versucht, den Widerstand des kurdischen Volkes und die internationale Solidarität zu unterbinden.

Was den Teilnehmer:innen der Karawane in der kurzen Haftzeit widerfuhr, ist nur ein Bruchteil dessen, was kurdische und nicht kurdische politische Gefangene jeden Tag in Haft erleben. Auch in Zeiten, in denen der türkische Staat sich versöhnerisch gegenüber dem kurdischen Volk präsentiert, duldet er keinen Bruchteil kurdischer Autonomie. Die Welle der kurdischen Einheit und die Generalmobilmachung, die seit Beginn der Angriffe losbrachen, haben die revolutionäre Schlagkraft des kurdischen Volkes bewiesen. Das widerspricht klar der türkischen nationalistisch-faschistischen Ideologie unter dem Slogan „Ein Staat, eine Nation, eine Sprache, eine Flagge, ein Vaterland“. Zur gleichen Zeit der Proteste und der Delegationen nach Bakûr und Rojava unterstützt der türkische Staat die aktuellen Angriffe auf Nord- und Ostsyrien finanziell, logistisch und ideologisch und will dafür Menschen, die sich gegen die Angriffe auf Rojava stellen, zum Schweigen bringen.

Das ist an der Militärpräsenz in Nordkurdistan, der Festnahme der Karawane und nicht zuletzt an den starken Repressionen gegen fortschrittliche Kräfte zu erkennen. Am 3. Februar, nur zwei Tage nach den Abschiebungen, führte der türkische Staat eine Polizeioperation gegen sozialistische und demokratische Organisationen durch und verhaftete dabei 96 Revolutionär:innen, Politiker:innen, Journalist:innen und Künstler:innen.

Zwar sind die Teilnehmer:innen der Karawane alle wieder frei, jedoch betonen sie selbst, dass hunderttausende Gefangene teilweise seit Jahren in türkischer Haft sitzen. Davon wurden mehrere tausend Menschen alleine bei den Protesten der letzten Wochen verhaftet. Die Antwort auf diese Gewalt und Repression liegt in der politischen Organisierung, geben die Teilnehmer:innen bekannt.

Die Hoffnung steht aufrecht und der Kampf geht weiter

Die verzweifelten Versuche des türkischen Staates, den Widerstand zu brechen, wirken nicht.

Lorena schildert uns, dass die Reise alle Teilnehmer:innen in ihrem Willen und in der Notwendigkeit, die Revolution zu verteidigen, auf einem neuen Niveau bestärkt hat. Durch die Gespräche, die Aktionen und die erlebten Repressionen sind sie nach Europa mit einem noch größeren Willen, Solidarität auch hier praktisch werden zu lassen zurückgekehrt.

Und auch die Karawane war hier noch nicht vorbei. Am 30. Januar wurde bekannt gegeben, dass sich, inspiriert von der Karawane, eine „Rojava Delegation for Humanity“ aus der Schweiz auf den Weg nach Rojava gemacht hat. Sie berichtete über die humanitäre und politische Lage vor Ort und leistete Pressearbeit, welche die etablierten Medienhäuser bis heute nicht leisten. So traf sich die internationalistische Delegation vor Ort mit verschiedenen Vertreter:innen der Selbstverwaltung wie der Frauenorganisation Kongra Star und auch der Ko-Vorsitzenden des Exekutivrats der Selbstverwaltung, Ilham Ehmed.

Die Delegation besucht den Rat der Vertriebenen aus Efrîn und Şehba

Mit den Erfahrungen und Bekanntschaften auf der Reise werden alle Aktivist:innen der Karawane mit noch höherer Moral und Disziplin weiterhin politische Arbeit für die Verteidigung von Rojava machen. Heute, nach dem Abkommen vom 29. Januar ist die Situation in Syrien ungewiss. Eins bleibt jedoch klar: Die Errungenschaften der Rojava-Revolution im Hier und Jetzt zu verteidigen erfordert Arbeit und Aufopferungsgeist. Die Einheit der Völker und die Frauenrevolution auf die Straßen Europas zu tragen bleibt unsere Aufgabe.

Wir beenden unsere Reportage mit abschließenden Worten der mutigen Internationalist:innen, die in einer Zeit voller Ungewissheit und Bedrohung entschieden haben, einen praktischen Schritt nach vorn zu gehen.

Jona erklärt, dass die Zeit in der Abschiebehaft sich anders herausstellte als er selbst erwartet hatte. Er ging gestärkt und umso entschlossener raus, den Kampf mit der kurdischen Bewegung weiterzuführen.

Er erklärt: „Solidarität ist das, was uns verbindet und die Unterdrückung, unter der Rojava leidet, der Krieg unter dem Rojava leidet, ist ein Krieg, den auch der deutsche Staat mitführt. Das bedeutet auch, dass wir hier in Deutschland widerständig sein müssen und gegen den Krieg in Rojava kämpfen müssen.“

Patrick: „Ich möchte der Welt sagen, dass wir das schaffen können. Dass das Feuer in unseren Herzen durch unsere Augen sichtbar wird, dass das Schulter an Schulter Stehen mit unseren Hevals in guten wie in schlechten Zeiten ein Band des gegenseitigen Vertrauens schafft, das eine tiefere Zusammenarbeit ermöglicht und spiralförmige und exponentielle Wege für die Verbindungen der internationalen Solidarität eröffnet, die wir knüpfen, um ein Beziehungsnetz zu weben, das global abgestimmte Visionen, Strategien und Maßnahmen ermöglicht.“

Lorena: „Für die Verteidigung der Errungenschaften der Rojava-Revolution und der kämpfenden Frauen vor Ort heute in Aktion zu treten, ist dringlicher denn je. Demnach richtet sich der Appell an uns alle, für die Freiheit der politischen Gefangenen einzustehen und die Revolution am Leben zu erhalten.“

Tanja und Paula: „Aufgrund der deutsch-türkischen Zusammenarbeit, der Repression hierzulande und der Angriffe auf die revolutionären Errungenschaften kommt uns als in Deutschland lebenden Revolutionär:innen eine besondere Verantwortung zu. Wenn wir dieser Verantwortung hier gerecht werden und dem deutschen Imperialismus mit seinen Machenschaften entgegentreten, ist das eine direkte Unterstützung der Revolution in Rojava.

Und auch die Solidarität, die wir hier organisieren, nehmen Menschen in Bakûr und Rojava wahr – über soziale Medien, über Berichte, über kurdische Medien. Jede Demonstration, jede Aktion, jede öffentliche Positionierung sendet das Signal und stärkt die Moral, Hoffnung und das Gefühl, nicht allein zu sein.

Die Revolution in Rojava ist unsere Revolution, lasst sie uns verteidigen.“

People’s Bridge, 20.2.2026