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Solidarität mit Paula Maier – Schluss mit sexualisierter Gewalt in türkischen Gefängnissen

Wir drücken unsere volle Solidarität mit Paula Maier aus, einer deutschen Teilnehmerin einer Jugendelegation nach Bakur/Nordkurdistan im Januar 2026. Sie machte heute öffentlich, dass sie in türkischer Abschiebehaft von Beamten vergewaltigt wurde. 

Im Januar 2026 reiste im Rahmen der Rojava-Solidarität eine Jugenddelegation nach Bakur/Nordkurdistan, um die Proteste vor Ort zu besuchen und sich mit lokalen demokratischen Kräften auszutauschen. Die Delegation war, als Teil der People’s Caravan, eine Initiative der direkten internationalen Solidarität mit der Rojava-Revolution, welche im Januar massiv von der syrischen Regierung angegriffen wurde. 

Am fünften Tag ihrer Reise wurden die 16 Aktivist:innen vom türkischen Militär festgenommen.

Zahlreiche Inhaftierte berichteten später von körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt während ihrer Haft. 

Auch Paula Maier berichtet: „Wir durften weder die Augen schließen noch schlafen, uns anlehnen oder hinsetzen. Sie traten und schlugen uns, manchmal so lange, bis wir das Bewusstsein verloren. Wir wurden beleidigt und angespuckt; unsere Zöpfe wurden am Schritt der Polizisten gerieben oder ausgerissen. Man zwang uns, Videos von misshandelten Kämpfer:innen anzusehen.“ 

Sie fügt hinzu: „Während meines Aufenthalts in der Isolationszelle wurde ich von einem türkischen Beamten vergewaltigt.“

Seit Jahrzehnten angeprangerte Gewalttaten

Seit Jahrzehnten prangern Gefangene, vor Allem Frauen, ähnliche Vorfälle in türkischen Gefängnissen an. In einer am 20. August 2025 veröffentlichten Erklärung prangerte Amnesty International erneut Folter und Vergewaltigungen in türkischen Gefängnissen an.

Folter und sexuelle Gewalt sind leider für viele Inhaftierte in der Türkei Realität.

Dennoch pflegen europäische Staaten, welche sich als Schutzträger der Menschenrechte präsentieren, freundschaftliche Beziehungen zu Machthaber Erdoğan. 

Die jüngste NATO-Konferenz in Ankara ist ein weiteres Beispiel dafür.

Internationale Solidarität angesichts der Repression

Seit mehreren Jahren engagieren sich immer mehr Aktivist:innen für internationale Solidarität und versuchen auf verschiedene Weise, Menschen weltweit zu unterstützen, die mit Krieg und Unterdrückung konfrontiert sind. Dies gilt insbesondere für die Flottillen nach Gaza, die Internationalist:innen in Rojava und die People’s Caravan.

Im Gegenzug sind auch diese Aktivist:innen mit Repression konfrontiert. Während ihrer Inhaftierung, selbst wenn diese nur von kurzer Dauer ist, sind sie immer wieder gewalttätigen und demütigenden Methoden ausgesetzt. Diese stellen nur ein Bruchteil dessen dar, dem Kurd:innen und Demokrat:innen tagtäglich in türkischer Haft oder Palästinenser:innen in israelischer Haft ausgesetzt sind. Die Verschärfung der Repression gegen die Internationalist:innen ist auch eine Reaktion auf das wachsende Bewusstsein der Völker weltweit für ihre gemeinsamen Interessen und die Notwendigkeit, internationale Solidarität angesichts von Krieg, Unterdrückung und der Gewalt der Staaten, die sie unterdrücken, aufzubauen.

Wir rufen zur Solidarität auf

Wir bekunden unsere uneingeschränkte Solidarität mit Paula Maier sowie mit allen Inhaftierten, die in Krieg und Gefängnissen sexueller Gewalt ausgesetzt sind. 

Wir rufen Nichtregierungsorganisationen, Demokrat:innen, gewählte Vertreter:innen sowie politische Entscheidungsträger:innen dazu auf, zu diesem Thema Stellung zu beziehen und die unmenschliche Behandlung von Inhaftierten in der Türkei öffentlich anzuprangern.