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Aktionstag der Global Sumud Flotilla gegen die Gewalt an palästinenischen Frauen – Keine Befreiung Palästinas ohne die Befreiung der Frau

Heute hat die Global Sumud Flotilla einen Aktionstaggegen die Angriffe auf palästinensische Frauen ausgerufen, der gemeinsam von den Menschen auf den Booten und der Solidaritätsbewegung in Europa begangen wird.

Dass die Lage in Gaza, aber auch mit tagtäglichen Schikanen, Verhaftungen und Angriffen in der Westbank prekär ist, müssen wir nicht noch einmal aufrollen. Jedoch ist es wichtig, in der Geschichte des palästinensischen Volkes und des Genozids in Gaza spezifisch auf die Frauen einzugehen und ihre Situation zu betrachten. In Medien und Politik wird oft aufgegriffen, dass sie in ihren Familien keine Rechte haben oder durch die „islamische Gesellschaft“ unterdrückt werden, während die Realität zeigt, dass die israelische Armee und der Krieg Frauen in unlebenswürdige Umstände bringt.

Durch die humanitäre Lage in Gaza kommt es bei Frauen, die keine Periodenprodukte haben und wochenlang die gleichen Klamotten tragen, zu Infektionen im Vaginalbereich. Geburten laufen aufgrund der fehlenden Krankenhäuser ohne ärztliche Begleitung und im Freien statt. Laut UN haben 150.000 schwangere und stillende Frauen keinen Zugang mehr zu lebenswichtiger medizinischer Versorgung. Von der israelischen Armee werden gezielt Frauen angegriffen und vor allem entmenschlicht.
  So erzählt ein Bericht: „Nach Abschluss ihres zweijährigen Militärdienstes bedruckten israelische Männer T-Shirts mit einer Zielscheibe, die auf eine schwangere palästinensische Munaqqaba (eine Frau im Niqab) gerichtet war, mit der Bildunterschrift ‚1 Schuss, 2 Tode‘, was implizierte, dass der israelische Soldat sowohl die Frau als auch ihr ungeborenes Kind töten kann.“

In israelischen Gefängnissen werden Frauen schikaniert und sexuell missbraucht.
 So berichtete Khitam Saafin, Präsidentin der Union of Palestinian Women’s Committees, dass sie in Gefangenschaft misshandelt, ausgezogen und fotografiert wurde.
 
 Doch wie sieht der Widerstand aus?
 
Von außen und durch Medien wird oft dargestellt, dass die Frauen in der IDF progressiv entgegen des angeblich rein männlichen Widerstands in Palästina wären. Doch die Geschichten vieler palästinensischer Frauen beweisen das Gegenteil. Es gibt einige Frauen, die die Geschichte des palästinensischen Widerstands prägen. So zum Beispiel Shadia Abu Ghazaleh, Leila Khaled, Ahed Tamimi, Dalal Moghrabi und Shirin Abu Akleh – nur ein paar von vielen Frauen.


 Zusammenarbeit organisierter Frauen in der Region

Die gemeinsame Arbeit organisierter Frauen über die ganze Region des Mittleren Ostens, entgegen Besatzung und Interventionen von außen und der frauenfeindlichen Politik der lokalen Regierungen, hat das Potenzial einer Schlagkraft, welche zum Beispiel die Rojava-Revolution geschaffen hat. Das Ergebnis dessen sind Frauenmilizen, Frauengerichte, Frauenvertretung und die autonome Organisierung in allen Bereichen der Gesellschaft. Um diese Errungenschaften in die gesamte Region zu tragen, wurde 2023 im Libanon eine Frauenkonferenz zu den Themen Interventionen ausländischer und insbesondere westlicher Staaten in den arabischen Ländern und deren Auswirkungen auf Frauen, kurdische Frauen und die Teilung ihres Landes sowie Frauen im Iran und Ostkurdistan abgehalten.

Des Weiteren freuen wir uns in diesem Rahmen des Aktionstags über die Nachricht, dass die Kongra Star (Zusammenschluss der Frauenorganisationen Nord- und Ostsyriens) sich für die Sicherheit der Frauen in Gaza ausgesprochen haben und die Sumud-Flotilla begrüßt.

Peoples Bridge, 14. September 2025