Die Geschichte der Frauenrevolution in Rojava lässt sich als ein fortlaufender Strom aus Widerstand, Ausdauer und dem festen Willen verstehen, das eigene Leben und die eigene Zukunft zu verteidigen. Seit vierzehn Jahren besteht diese Revolution – trotz imperialistischer Bedrohung, dschihadistischer Gewalt und der ständigen Angriffe des türkischen Staates. Und doch bleibt eine Wahrheit bestehen: Die demokratische Revolution lebt, weil Frauen sie jeden Tag neu aufbauen.
Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen deutlich, wie eng das Schicksal der ganzen Region mit dem Schicksal der Frauen verbunden ist.
Die HTŞ versucht, der Bevölkerung Syriens ihr rückschrittliches Programm aufzuzwingen.
Somit wird auch Verteidigung der Frauenrevolution zu einer lebenswichtigen Aufgabe. Frauen aus allen Teilen Syriens – kurdische, arabische, armenische, alevitische und drusische Frauen – stehen heute an einem historischen Punkt. Sie wissen: Wenn die Frauenrevolution Rojavas untergeht, dann würde dies eine herbe Niederlage für alle Frauen weltweit bedeuten.
Mit dieser Einsicht traten die Revolutionären Kommunistischen Frauen (JKŞ) erstmals auf einer großen Konferenz zusammen. Delegierte aus allen Regionen Rojavas sowie aus den Küstengebieten Syriens, aus Aleppo, Kobanê, Şehba, Serêkanîyê und Efrîn kamen zusammen. Sie wollten Bilanz ziehen, ihre Strukturen stärken und eine gemeinsame Linie für die nächsten Jahre entwickeln. Das Motto der Konferenz lautete: „Wir stärken unsere Organisation, um die Errungenschaften der Frauenrevolution zu schützen.“ Es war nicht nur ein Leitspruch, sondern Ausdruck einer gemeinsamen Entschlossenheit, den Angriffen auf Frauen und Gemeinschaften nicht schutzlos gegenüberzustehen.
Besonders eindrücklich waren die Berichte geflüchteter Frauen: Alevitinnen erzählten von Morden, Entführungen und vom Zwang zum Hidschab unter den HTŞ-Milizen. Frauen aus Efrîn berichteten von 58 Tagen des Widerstands und schworen, zurückzukehren. Frauen aus Serêkanîyê erklärten, dass sie trotz Vertreibung und jahrelangem Leben im Camp keine Angst vor Erdogan und seinen Angriffen hätten. All diese Stimmen machten klar: Der Krieg gegen die Frauen ist ein Krieg gegen ihre Freiheit, ihre Würde und ihre Zukunft.
Die politischen Analysen der JKŞ benannten die strategischen Herausforderungen der Region genau: den Aufstieg dschihadistischer Kräfte, die Krise globaler Machtverhältnisse, die Rolle reaktionärer regionaler Staaten und die imperialistischen Interessen. Gleichzeitig entwickelten die kommunistischen Frauen konkrete Vorschläge für den Aufbau ihrer Strukturen: die Bildung einer Generalversammlung, die Stärkung der Räte, die Weiterentwicklung von Selbstverteidigungseinheiten und die gezielte Organisierung junger Frauen.
Die Revolutionären Kommunistischen Jungen Frauen (CKŞ-Jin) traten dabei als besonders lebendiger Teil der Bewegung hervor. Sie berichteten von den Folgen reaktionärer Bildungspolitik, vom Ausschluss aus Schulen und von wachsender sozialer Kontrolle. Und doch sagten sie klar: „Wir haben keine andere Wahl, als unsere Revolution zu verteidigen.“ Ihre Präsenz zeigte, dass die Zukunft der Frauenrevolution nicht nur geschützt, sondern täglich neu gestaltet wird.
Zugleich zeigt sich, dass Frauenbewegungen weltweit gemeinsame, solidarische Antworten entwickeln müssen. Denn wenn Gewalt gegen Frauen, Femizide, autoritäre Familienpolitik und Angriffe auf LGBTI+ zusammen auftreten, braucht es auch eine gemeinsame Kraft, die dem entgegentritt.
Deshalb hat der 25. November, der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, heute eine besondere Bedeutung. Der Einsatz der Mirabal-Schwestern wirkt bis in die Gegenwart hinein – in den Erfahrungen der Frauen in Rojava, in verschiedenen sozialen Bewegungen und in all jenen, die trotz Belastungen und Verlusten sichtbar bleiben und sagen: „Wir sind da.“
An Frauen weltweit richtet sich daher ein Aufruf:
Lasst uns am 25. November gemeinsam und öffentlich Präsenz zeigen.
Lasst uns deutlich machen, dass Gewalt gegen Frauen, restriktive Politik und kriegerische Auseinandersetzungen nicht unbeachtet bleiben dürfen.
Lasst uns die Stimmen der Frauen aus Rojava, den syrischen Küstenregionen, aus Efrîn, Serêkanîyê und Kobanê hörbar machen.
Lasst uns zeigen, dass ihre Erfahrungen mit unseren verbunden sind und dass das Engagement für Leben, Freiheit und Solidarität ein gemeinsames Anliegen ist.
